Jan II Baptist Kobell, gen. „Der Utrechter“
1778 Delshaven/Rotterdam – Amsterdam 1814

Niederländischer Maler, Zeichner, Radierer und Lithograph

Joannes Baptista (Jan) Kobell, Sohn des Marinemalers Hendrik Kobell (1751-1779), lernte bei dem Tiermaler W. R. van der Wall in Utrecht, hauptsächlich aber nach Studien seines großen Vorbilds Paulus Potter (1625-1654), einem der bedeutendsten holländische Tiermaler des 17. Jahrhunderts.

1806 wurde Kobell Mitglied des Utrechter „Schilderscollege“. 1807 gründete er zusammen mit dem Maler Pieter Christoffel Wonder (1780-1852) den Künstlerverein „Kunstliefde“ in Utrecht, heute einer der ältesten Künstlervereinigungen der Niederlande, dessen Zeichenschule er leitete.

König „Lodewijk Napoleon“ ernannte ihn zum Mitglied des von ihm 1808 gegründeten Instituts für Künste und Wissenschaften (Koninklijk Instituut van Wetenschappen, Letterkunde en Schoone Kunsten, Royal Institute of Sciences, Literature and Fine Arts, heute: Koninklijke Nederlandse Akademie van Wetenschappen, Royal Netherlands Academy of Arts and Sciences).

1810-1812 lebte und arbeitete er in Paris, wo er seine Werke auch im Salon ausstellte. Im Jahr darauf ließ er sich in Amsterdam nieder, wo er bereits im Alter von etwa 35 Jahren verstarb. Kobells Gemälde und Zeichnungen waren bereits bei seinen Zeitgenossen hochgeschätzt und sind heute in zahlreichen europäischen Museen vertreten.

Literatur

P.A. Scheen, Lexicon nederlandse beeldende Kunstenaars 1750 - 1950. 's-Gravenhage, 1969, Bd. I, S. 615, Abb. 83.

C. Boschma, J.M. de Groot e.a [red.], Meesterlijk vee. Nederlandse veeschilders 1600-1900, Zwolle/'s-Gravenhage 1988, p. 226-231.