Marie Ellenrieder
1791 – Konstanz – 1863

Marie Ellenrieder wurde von dem Konstanzer Miniaturmaler Joseph Einsle (1794 - nach 1850) unterrichtet. Danach erhielt sie als erste Frau die Zulassung zum Kunststudium an der Akademie in München. Anschließend wurde sie Porträtmalerin an südwestdeutschen Fürstenhöfen (Hohenzollerischer Hof in Sigmaringen, Fürstenbergischer Hof in Donaueschingen), ebenso malte sie religiöse Themen.

1822-1824 hielt sie sich in Rom auf, dort machte sie die Bekanntschaft von Louise Seidler (1786-1866) sowie von Friedrich Overbeck (1789-1869) und weiteren Nazarenern. Häufig ausbleibende Anerkennung durch ihre männlichen deutsch-römischen Kollegen führte jedoch zur Ausbildung einzelgängerischen Verhaltens. Ein einjähriger Aufenthalt in Florenz folgte. Nach ihrer Rückkehr nach Baden ist die nahezu ausschließliche Fokussierung auf religiöse Kunst zu beobachten. Seit 1829 lebte sie in Karlsruhe und wurde zur großherzoglich-badischen Hofmalerin ernannt. Reisen nach Zürich, Dresden und München folgten.

Ab den 1830er Jahren folgte durch eine schon seit dem ersten Italienaufenthalt in selbstzerstörerische Selbstanklagen und Depressionen fallende Gemütslage sowie durch Ablehnung und Verleugnung der eigenen Sinnlichkeit und Körperlichkeit und Zweifel an den eigenen künstlerischen Leistungen die zunehmende Abkehr vom gesellschaftlich-öffentlichen Leben. 1834/35 kehrte sie nach Konstanz zurück. 1838-1840 unternahm sie die zweite Italienreise. In den 40er und 50er Jahren gelingt es ihr, nach Jahren mit Krankheit und Depressionen, erneut zu ihrer schöpferischen Kraft zurückzufinden.