Gustav Friedrich Hetsch
1788 Stuttgart – Kopenhagen 1864

Deutscher Architekt und Zeichner

Der Sohn des bedeutenden Stuttgarter klassizistischen Malers Philipp Friedrich Hetsch (1758-1838) studierte anfangs Mathematik in Tübingen, wandte sich dann aber der Architektur zu. 1808 ging er mit seinem Vater nach Paris, um sich weiterzubilden und war als Bauleiter an der Restaurierung von Ste. Geneviève (Pantheon) tätig.

1812 kehrte er nach Stuttgart zurück. Da der Krieg Bautätigkeiten verhinderte, ging er nach Italien. In Rom lernte er den dänischen Architekten Peder Malling (1781-1865) kennen, dem er sich anschloß. Durch ihn lernte er den Künstlerkreis um Bertel Thorvaldsen (1770-1844) und  Christoffer Wilhelm Eckersberg (1783-1853) kennen. Mit Malling kam er im Oktober 1815 nach Dänemark und wurde dort Lehrer an der neu errichteten Ornamentschule für Architekten. Zu Christian Frederik Hansen (1756-1845), dem bedeutendsten dänischen Architekten der Zeit, entwickelte sich eine enge Beziehung.

1820 wurde Hetsch Mitglied der Akademie und erhielt 1822 die Professur für Perspektive. 1828-1857 war er Leiter der Kgl. Porzellanmanufaktur und darüber hinaus an verschiedenen anderen Projekten beteiligt. Seit 1829 war er außerordentlicher, seit 1835 ordentlicher Professor für Architektur, 1844-1857 war er auch Direktor der technischen Schule. Hetschs bedeutendste Bauwerke in Kopenhagen sind: die Synagoge in der Krystalgade (1833) und die Kathol. Kirche in der Bredgade (1842).

„Hetsch wurde nie ein Architekt von Bedeutung, aber er gewann als Vertreter des Empirestils und als eifriger Befürworter des Anschlusses der Kunst an das Handwerk einen durchgreifenden Einfluß auf den Geschmack der Zeit.“ (Zit. aus: Thieme/Becker Bd. XVI, S. 599).