Christoph Heinrich Kniep
1755 Hildesheim – Neapel 1825

Deutscher Maler und Zeichner

Künstlerisch geschult hat sich Kniep bei dem Bildhauer und Maler Johann Friedrich Blasius  Ziesenis (1715-1785) und dem Porträtmaler Johann Georg Ziesenis (1716-1777) in Hannover. Er lebte anschließend als Porträtzeichner in Hamburg und verkehrte hier u.a. mit Friedrich Gottlieb Klopstock, Matthias Claudius, Johann Heinrich Voß und Jens Juel (1745-1802). Danach war er in Kassel, Lübeck und Berlin tätig, wo ihm 1781 die Protektion des Fürstbischofs von Ermland zuteil wurde.

Der Bischof, dem Kniep zuerst nach Heilsberg folgte, versah ihn mit einem Reisestipendium nach Italien, ließ ihn aber dort auf sich allein gestellt. In Rom suchte Kniep sein Auskommen durch das Zeichnen von Veduten und das Kopieren klassischer Kunstwerke. Um 1782/83 siedelte er nach Neapel über, wo er seitdem lebte. Jakob Philipp Hackert (1737-1807) unterstützte ihn bei den Bemühungen, seine Vedutenkunst zu kultivieren. Johann Heinrich Wilhelm Tischbein (1751-1829) vermittelte ihn 1787 als Reisebegleiter und Zeichner an Goethe, der ihn nach Sizilien mitnahm und ihm später von Weimar aus wiederholt Aufträge verschaffte.

Nicht zuletzt ist der Großteil von Knieps 1787-1799 entstandenen, bildhaft ausgeführten Landschaftszeichnungen diesen Aufträgen zu verdanken, die in ihrer Verbindung von Strenge, Sauberkeit und idealer Überhöhung eigenständig wirken.