Wilhelm von Kügelgen
1802 St. Petersburg – Ballenstedt 1867

Deutscher Maler, Zeichner und Schriftsteller

Wilhelm von Kügelgen war der Sohn von Gerhard von Kügelgen (1772-1820). Seit 1805 in Dresden, lebte er 1817-1818 in Bernburg bei seinem späteren Schwiegervater F.A. Krummacher. Im Spätsommer ging er an die Dresdener Akademie zunächst als Schüler seines Vaters und nach dessen Ermordung 1820 zu Ferdinand Hartmann (1774-1842).

Nach Abschluß des Studiums, unterbrochen 1822-1823 durch einen Aufenthalt in Estland bei seinen Verwandten mütterlicherseits, ging er im Herbst 1825 nach Rom, wo er mit seinem früheren Hauslehrer Carl August Senff (1785-1863) und mit Bertel Thorvaldsen (1770-1844) in der Casa Buti wohnte und die Lebensfreundschaft mit Adrian Ludwig Richter (1803-1884) und Carl Georg Peschel (1798-1879) begründet wurde. Krankheit und die Verlobung mit Julie Krummacher veranlaßten ihn, Rom im Mai 1826 zu verlassen.

Er kehrte über Florenz und Venedig in die Heimat zurück. Nach einem vergeblichen Versuch als Porträtmaler in St. Peterburg Fuß zu fassen, kehrte er schon 1829 wieder nach Dresden zurück. 1830 siedelte er nach Schloß Hermsdorf bei Dresden über, das einem Freund gehörte. 1833 wurde er als Hofmaler nach Ballenstedt berufen, wo er, unterbrochen von wenigen Reisen, bis 1853 dieses Amt innehatte. Bis 1863 betreute er als Kammerherr aufopfernd den geisteskranken Herzog. Danach war er schriftstellerisch tätig. Seine letzten Lebensjahre waren durch familiäre Schicksalsschläge und eigene Krankheit geprägt.

Kügelgen veröffentlichte 1870 sein Buch „Jugenderinnerungen eines alten Mannes“, das sich großer Beliebtheit erfreute.