Julius Schnorr von Carolsfeld
1794 Leipzig – Dresden 1872

Deutscher Maler und Zeichner

Julius Schnorr von Carolsfeld ist der Sohn des Malers Hans Veit Schnorr von Carolsfeld (1764-1841), des Direktors der Leipziger Kunstakademie, bei dem er zuerst lernte, und Bruder des Ludwig Ferdinand (1788-1853). Seit 1811 studierte er an der Wiener Akademie bei Heinrich Füger (1751-1818), orientierte sich aber schon hier mehr an Ferdinand Olivier (1785-1841) und Joseph Anton Koch (1768-1839), wodurch er in den Wiener Romantikerkreis um Friedrich Schlegel (1767-1845) gelangte.

Nachdem er 1817 Mitglied des Lukasbundes geworden war, reiste er nach Italien. Hier schloß er sich den Nazarenern, besonders Johann Friedrich Overbeck (1789-1869) und Peter Cornelius (1783-1867), an und war an der Ausmalung des Casino Massimo beteiligt. Nach seiner Berufung an die Münchener Akademie durch König Ludwig I. brach er 1827 in die bayerische Hauptstadt auf. In München hatte er den Auftrag, die Residenz mit Fresken auszugestalten: der Nibelungenzyklus (1827-1867) und Szenen aus der Geschichte Karls des Großen, Friedrich Barbarossas und Rudolfs von Habsburg. 1846 wurde er Direktor der Dresdener Gemäldegalerie und Professor der Dresdener Kunstakademie.