Schneider - Götz von Berlichingen - ZP41105

Schneider - Götz von BerlichingenSchneider - Götz von Berlichingen
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Rudolf Karl Alexander „Sascha“ Schneider
1870 St. Petersburg – Swinemünde 1927

Götz von Berlichingen traut seine Schwester Maria mit Adelbert von Weislingen.

Bleistift, auf cremefarbenem Velin, auf Untersatz montiert, verso Nachlaßstempel. 44:28,5 cm.

Unsere Zeichnung stellt eine Szene des ersten Aktes von Goethes Drama Götz von Berlichingen von 1773 dar. (Eine mit Schneiders Entwürfen illustrierte Ausgabe des Schauspiels scheint es nicht zu geben; 1898 publizierte Dunkmann in Hannover den ersten Teil von Goethes Faust, illustriert nach Zeichnungen von Sascha Schneider.)

Die Szenerie ist versetzt in die Zeit der Bauernkriege im frühen sechzehnten Jahrhundert. Ritter Götz liegt in Fehde mit dem Bischof von Bamberg und nimmt Ritter Adelbert gefangen, ein Freund aus Jugendtagen, der aber jetzt dem Bischof dient. Adelbert wechselt die Allianz; um dieses Bündnis zu besiegeln verlobt Götz seine Schwester mit ihm.

Bei diesem Blatt, entstanden um 1900, lehnt sich Schneider an die feinen Bleistiftzeichnungen der Deutschen Romantik und der Kunst der Nazarener des frühen 19.Jahrhunderts an. Diese Künstler eiferten der unvergleichlichen Könnerschaft der Zeichner der Dürerzeit nach, der Zeit, in der Goethes Drama spielt. Die Zeichnung ist demzufolge als eine Hommage an diese Hochzeit der Deutschen Kunst zu sehen und dies in mehrerlei Hinsicht: in seinem Inhalt zu Goethes Sturm und Drang Drama und in seiner Ausführung angelehnt an die Deutsche Romantik. Das Ergebnis ist diese virtuose Zeichnung, die von hohem zeichnerischen Können zeugt. (Vgl. C. G. Boerner, Düsseldorf, Neue Lagerliste 131 (2013), Nr. 31).