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Matham, J. - Drei Grazien - A7714

Bosse, A. - Les vierges sagesBosse, A. - Les vierges sages
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Jacob Matham
1571 – Haarlem – 1631

Die drei Grazien: Aglaia, Euphrosyne und Thalia.

Kupferstich, 1587, nach Hendrick Goltzius, auf Bütten mit Wasserzeichen: Wappen mit ligiertem Monogramm JS. 30,2:21,5 cm.

Provenienz: Sammlung G, nicht bei Lugt.

Literatur: Krystof, Abb. 20, S. 228, Bl. 8 der Ornatus-Folge; Bartsch 285; Hollstein 244, I (von III). – Vor der Adresse von Visscher.

Brillanter, gestochen scharfer Abdruck mit rau zeichnender Plattenkante und etwas Plattenton. Mit feinem Rändchen ringsum. – Bis auf eine schwache Querfalte, einer minimalen Beschädigung der linken unteren Ecke und zwei winzigen Nadellöchlein von ausgezeichneter Erhaltung.

Die Rötelzeichnung von H. Goltzius (1558-1617), nach der Matham das Blatt gestochen hat, befindet sich im Kupferstichkabinett in Berlin. Die Komposition gehört in eine thematisch nur lose zusammenhängende, acht Blatt umfassende Folge mit mythologischen und allegorischen Sujets.

Die besondere Bedeutung von Goltzius ist u.a. auf seine Entwicklung einer besonderen Stichtechnik zurückzuführen, die die „farbige" Wiedergabe von Gemälden ermöglichte. 1582 eröffnete der erfolgreiche Künstler in Haarlem eine große Stecherschule. Jacob Matham, sein Stiefsohn und Schüler, brachte Goltzius größten Respekt entgegen und bezeichnete ihn in einer Beischrift zu einem 1616 publizierten Stich, der das Porträt des Haarlemer Kupferstechers zeigt, als „Ideal eines großen Geistes und Kopfes“ (zitiert aus: Doris Krystof, Werben für die Kunst. Bildliche Kunsttheorie und das Rhetorische in den Kupferstichen von Hendrik Goltzius, Dissertation, Köln 1993, S. 18).

Bei dem aus der römischen Mythologie stammenden Motiv der drei Grazien, den Töchtern des Zeus, die für Glanz, Frohsinn und Blüte, kurz Schönheit und Anmut stehen, handelt es sich um eines der beliebtesten Themen der Bildenden Kunst. Sie wurden meist unbekleidet, sich berührend bzw. haltend dargestellt, sowohl einzeln als auch im Gefolge der Venus, des Bacchus oder Apollo.