ZH 6397

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Carl Maria Nikolaus Hummel

1821 – Weimar – 1907

a) Interieur des Dichterzimmers von Johann Wolfgang von Goethe im Residenzschloss Weimar.

Aquarell, über Bleistift, mit Deckweiß gehöht, auf Velin, links unten signiert „C Hummel“. 40:29,5 cm.

b) Interieur des Dichterzimmers von Friedrich Schiller im Residenzschloss Weimar.

Aquarell, über Bleistift, mit Deckweiß gehöht, auf Velin, rechts unten signiert und datiert “C Hummel 1846”. 39,6:29,6 cm.

Papier gebräunt.

Literatur: Boetticher, Bd. 1, Tl. II, S. 622, Aquarelle und Zeichnungen, aus Nr. 1.

Preis auf Anfrage

Hummel, der zu den bekanntesten Künstlern seiner Heimatstadt zählt, schuf 1845-1847 ein Album mit Ansichten von Weimar und den Dichterzimmern im Residenzschloss, das sich im Besitz der Herzogin Hélène Luise Elisabeth von Orléans, geb. Prinzessin von Mecklenburg-Schwerin (1814-1858) befand. Sie war die Tochter von Erbgroßherzog Friedrich Ludwig und Karoline Luise von Sachsen-Weimar-Eisenach.

Die vier „Dichterzimmer” ließ Maria Pawlowna (1786-1859), Großfürstin von Russland, Erbprinzessin von Sachsen-Weimar, Großherzogin von Sachsen-Weimar-Eisenach nach dem Tod Goethes, mit dem sie regelmäßigen Kontakt pflegte, im Westflügel des Weimarer Schlosses anlegen, um Goethe, Schiller, Herder und Wieland zu ehren.

Die Großfürstin, die nach ihrer Heirat 1804 aus St. Petersburg nach Weimar kam, förderte mittels ihrer reichen Mitgift in besonderer Weise Musik, Theater, Bildende Kunst und Literatur und verhalf damit dem zwar geistig und literarisch hoch entwickelten, aber verarmten Hof zu neuem Aufschwung.

Sicher entstand Hummels Album im Auftrag der Großherzogin, die ihn durch dessen Vater Johann Nepomuk Hummel gekannt haben dürfte, einem gefeierten Pianisten und Komponisten, den die Großherzogin 1818 als Kapellmeister nach Weimar berufen hatte, eine Stellung, die er bis zu seinem Tode 1838 innehatte. Es ist anzunehmen, dass das Album als Geschenk der Großherzogin an die Herzogin von Orléans kam, die seit ca. 1848 in Eisenach lebte.

Für die Ausgestaltung des Goethe- sowie Schillerzimmers beauftragte die Großfürstin den Historien- und Genremaler B. Neher (1806-1886), der sie 1839-1841 fertigstellte.

Wie auf unseren Blättern zu erkennen, zeigt das Goethezimmer Darstellungen zu Faust I und Faust II, das Schillerzimmer Wandbilder zu Don Carlos, Wallenstein, Der Huldigung der Künste, Der Braut von Messina und der Büste Schillers.