Werke

Carl Morgenstern

1811 Frankfurt am Main – Frankfurt am Main 1893

Blick auf das Kapuzinerkloster bei Amalfi.

Öl auf Leinwand, um 1835, verso Nachlaßstempel. 20,3:30,7 cm.

Literatur: I. Eichler, Carl Morgenstern. Unter besonderer Berücksichtigung seiner Schaffensphase von 1826 – 1846. Darmstadt 1976, Abb. 17b, S. 59; Ausst. Katalog: Carl Morgenstern und die Landschaftsmalerei seiner Zeit. Frankfurt am Main, Museum Giersch, 2011, Nr. 71 mit Farbabb.

Die bei Eichler abgebildete Studie desselben Motivs zeigt gegenüber unserer einen etwas größeren Landschaftsausschnitt und auch den felsigen Küstenstreifen, der sich unterhalb des Klosters befindet, sowie den langen Treppenpfad, der zum Kloster hinaufführt. Auf unserem Bild, das im ganzen skizzenhafter wirkt, ist von dieser Treppe nur ein kleiner Teil zu sehen, während eine überlieferte Bleistiftzeichnung (Eichler Z 100) einen nahezu identischen Ausschnitt wiedergibt und mit „30. Aug. 1835“ datiert ist. Sie ist die Vorzeichnung für ein mehrfach auftauchendes Motiv (1838 und 1840, vgl. op. cit. Ö 120 sowie Abb. 1, S. 78).

Zugunsten einer genauen Beachtung der farblichen Erscheinung der Landschaft und um diese auch möglichst getreu einzufangen, hat Morgenstern im vorliegenden Bild die Architektur nur skizzenhaft erfaßt.

Daß Morgenstern Amalfi sowie seine nähere Umgebung besonders schätzte, ist bei Eichler (op. cit., S. 78) folgendermaßen beschrieben: „Nach dem Aufenthalt in Capri verbringt der junge Morgenstern mit seinen Malerfreunden einige Studienwochen in der Gegend von Amalfi, ‚was eine der schönsten existierenden Partien ist’. Der Vesuv hingegen scheint den Frankfurter als Motiv nicht sonderlich gereizt zu haben, denn er hatte diesen Vulkan bereits im Juli in Begleitung seiner Malerfreunde erstiegen, dabei jedoch nur den Kraterrand in einer kleinen Faustskizze festgehalten. Nur der schönen Aussicht wegen findet er ihn ‚ungeheuer interessant’. Auch in Paestum hatte er nicht zum Zeichenstift gegriffen, denn: ‚…man bekommt die Sachen gut lithographiert…’. In der Umgegend von Amalfi entsteht dagegen eine ganze Reihe von Zeichnungen, die später als Grundlagen zu Atelierbildern dienen, wie zum Beispiel das ‚Kapuzinerkloster bei Amalfi“ (17a und 17b) […]“. Bei den erwähnten Malerfreunden handelt es sich um J.G. Gmelin (1810-1854) und E. Willers (1803-1880).

Preis: auf Anfrage