Werke

Pieter Brueghel der Ältere

um 1525 Breugel bei Bredea – Brüssel 1569

Die sieben Tugenden.

Folge von 7 Blatt Kupferstichen von Philipp Galle (1537 Haarlem-Antwerpen 1612).

Literatur: Bastelear und Hollstein 132-138.

a) Fides. (Glaube). 22,2:29 cm. – B. u. H. 132, mit der Adresse von Hieronymus Cock.
Tiefschwarzer, klar zeichnender Abdruck mit Rändchen um die Plattenkante. Mit Fehlstelle oben im Bereich der vertikalen Mittelfalte.

b) Spes. (Hoffnung). 22,5:29,2 cm. – B. u. H. 133, mit der Adresse von Hieronymus Cock, auf feinem Bütten mit engen Drahtlinien und Wasserzeichen: Gotisches P.
Ausgezeichneter, klarer Abdruck mit feinem Rändchen um die Einfassungslinie und meist noch sichtbarer Plattenkante, diese stellenweise mit etwas Facettenschwärze.

c) Charitas. (Liebe, Barmherzigkeit). 22,2:29 cm. – B. u. H. 134, mit der Adresse von Hieronymus Cock.
Sehr guter Abdruck. Oben und unten auf die Umfassungslinie geschnitten, rechts und links mit winzigem Rändchen um die Umfassungslinie, mit zwei Löchlein innerhalb der Darstellung.

d) Justitia. (Gerechtigkeit). 22,4:29,1 cm. – B. u. H. 135.
Guter und tadellos erhaltener Abdruck mit Rändchen um die Plattenkante.

e) Prudentia. (Klugheit). 22:29,2 cm. – B. u. H. 136, mit der Adresse von Hieronymus Cock.
Tiefschwarzer, klar zeichnender Abdruck mit Rand um die Plattenkante. Vertikale Mittelfalte geglättet, kleiner geschlossener Einriss im Unterrand.

f) Fortitudo. (Starkmut, Tapferkeit). 22,2:29,1 cm. – B. u. H. 137, mit der Adresse von Hieronymus Cock, auf Bütten mit Wasserzeichen: Lothringer C.
Klarer und präziser Druck mit Rand um die Plattenkante. Vereinzelt kleine Quetschfalten, unauffällige Knick- und Trockenfalten, kleiner geschlossener Einriss im unteren weißen Rand.

g) Temperantia. (Mäßigkeit). 22,5:29 cm. – B. u. H. 138, mit der Adresse von Hieronymus Cock, auf feinem Bütten mit engen Drahtlinien und Wasserzeichen: Gotisches P.
Ausgezeichneter, klarer Abdruck mit feinem Rändchen um die Einfassungslinie und meist noch sichtbarer Plattenkante, diese stellenweise mit etwas Facettenschwärze.

Als Stecher der Folge gilt heute allgemein der Schüler und Mitarbeiter Hieronymus Cocks (um 1507/10-Antwerpen-1570), Philipp Galle (1537 Haarlem – Antwerpen 1612). Die Vorzeichnung Pieter Brueghels für den Kupferstich „Spes“ bewahrt das Kupferstichkabinett in Berlin, jene für den Kupferstich „Temperantia“ befindet sich im Museum Boymans-van Beuningen, Rotterdam. Letztere ist signiert und datiert „BRUEGEL 1560“.
Brueghel hat vier Jahre an der Folge der „Sieben Tugenden“ gearbeitet. Auf allen Blättern steht eine weibliche allegorische Figur zentral im Vordergrund und ist umringt von einer vielfigurigen 3Szenerie, die den Charakter der jeweiligen Tugend illustriert. Brueghel schloss sich der Meinung einer Gruppe von Humanisten an, die die Tugenden in Verbindung mit dem Spiritualismus in den Schriften von Dirk Volkertsz. Coornhert (1519 Amsterdam – Gouda 1590) brachten. In diesen Schriften wird betont, dass es nicht genüge, nur von den Tugenden zu wissen, sondern die Menschen sollen auch nach ihnen leben und handeln. Aufgrund dessen ist man heute der Auffassung, dass die Folge publiziert worden ist, um die Menschen zu einem in diesem Sinne tugendhaften Leben anzuhalten. Die Frage, ob die Texte im Unterrand der Stiche von Coornheert stammen, ist dabei noch strittig. (Vgl. Ausst. Katalog: In de Vier Winden. De prentuitgeverij van Hieronymus Cock 1507/10 – 1570. Rotterdam, Museum Boymans-van Beuningen, 1988, pp. 63ff., Nrn. 47 und 51).

Preis: auf Anfrage