Werke

Ferdinand August Fellner

1799 Frankfurt am Main – Stuttgart 1859

Siegfried mit Gunther, Hagen und Dankwart auf ihrem Ritt zur Brünhildenburg Isenstein.

Feder in Schwarz und Grau, über Bleistift, um 1817/20, mit schwarzer Federlinie umrandet, auf Velin mit Wasserzeichen: J. Whatman.
Darstellungsgröße 35,1:47,3 cm,
Blattgröße 40,3:52,7 cm. –
Einriß im oberen Rand sorgfältig restauriert und vereinzelt stockfleckig.

Provenienz: Aus dem Nachlaß der Familie Fellner, Frankfurt am Main; Galerie Joseph Fach, Frankfurt.

Literatur: Volkmar Schauz, Ferdinand Fellner. Ein Beitrag zur illustrativen Kunst des 19. Jahrhunderts. Clausthal, 1976, S. 80, Nr. 6 (S. 163). Diese Zeichnung, in Flaxman’scher Manier (gemeint ist die Umrißzeichnung in kräftigen und sehr feinen Strichen), ist eine von vier Zeichnungen, die in „Format, Technik, Ausführung und Umrahmung weitgehend übereinstimmen“ (Schauz, S. 79).

Im Winter 1803/04 hatte August Wilhelm Schlegel in seinen Berliner Vorlesungen so nachdrücklich auf das Nibelungenlied hingewiesen, daß eine außergewöhnliche Beschäftigung mit dieser Dichtung einsetzte. Die 1807 erschienene Ausgabe von Fr. H. v. d. Hagen (1780-1856) trug wesentlich zur Verbreitung des Nibelungenliedes bei. Bildende Künstler wandten sich darauf dem neuen Stoff zu. Neben Peter Cornelius‘ (1783-1867) Zeichnungen zum Nibelungenlied sind die Blätter von Carl Philipp Fohr (1795-1818) der bedeutendste Beitrag zu diesem Thema. Aber auch Eduard Bendemann (1811-1889), Julius Hübner (1806-1882), Alfred Rethel (1816-1859) und Julius Schnorr von Carolsfeld (1794-1872) sind mit Werken auf diese Dichtung eingegangen.

In Fellners Nibelungen-Illustrationen werden sichtbar Einflüsse von Peter von Cornelius und Julius Schnorr von Carolsfeld verarbeitet.

„Das Nibelungen-Triptichon Carl Philipp Fohrs befand sich im Besitz von Johann David Passavant und wurde 1861 als sein Vermächtnis vom Städelschen Kunstinstitut erworben. Es ist also nicht auszuschließen, daß Fellner die Arbeit Fohrs bei seinem Freund gesehen hat und dadurch zu einer entsprechenden Komposition angeregt wurde.“ (Schauz, S. 86).

Preis: verkauft