Werke

LUDWIG BUCHHORN

1770 Halberstadt – Berlin 1856

Die Betteljugend.

5 (von 12) Aquatintaradierungen in Braun, auf festem Velin.
Je 25:19,2 cm. –
Mit unterschiedlich breiten Rändern rundum, ein Blatt mit restaurierter Fehlstelle innerhalb der Darstellung, ein zweites Blatt mit kleinem Löchlein innerhalb der Darstellung, sonst sehr schön.

Literatur Nagler II, S. 236. Gedruckt für das Industrie-Kontor, Wien. – Von großer Seltenheit! Probedrucke vor aller Schrift mit scharf zeichnenden Plattenkanten!

Buchhorn tat sich vor allem als Porträtist hervor und zählt nebenJohann Gottfried Schadow (1764-1850), zu dem er eine enge Verbindung unterhielt, zu den begabtesten Berliner Zeichnern seiner Zeit. Er war darüber hinaus ein versierter Reproduktionsstecher, der eine große Zahl unterschiedlicher druckgraphischer Techniken meisterhaft beherrschte. Zu den Arbeiten nach eigenen Entwürfen zählt die insgesamt 12 Darstellungen zählende Folge „Die Betteljugend“, deren Datierung um 1813-15 anzunehmen ist. Die Folge ist komplett von allergrößter Seltenheit. Die in Lumpen gekleideten Kinder sind in ganzer Figur vor einem landschaftlichen Hintergrund oder mit Attributen vor einem neutralen Hintergrund dargestellt. Buchhorn betont das pittoreske Element ihres erbarmungswürdigen Daseins und drängt damit die gesellschaftskritische Komponente in den Hintergrund. Die gekonnte Anwendung der Aquatintatechnik, die markante Helldunkel-Kontraste erzeugt, erinnert an die „Caprichos“ von Goya, die der Künstler zweifellos kannte.

Nahe liegender ist aber der Vergleich mit Daniel Chodowieckis (1726-1801) frühen Radierungen, die ebenfalls Betteljungen zeigen: „Betteljunge bei dem Baume“. Radierung 1758. Bauer 9; Engelmann 7 sowie auf „Betteljunge bei dem Thorwege“. Radierung 1758. Bauer 10; Engelmann 8.

Preis: verkauft